{"id":528,"date":"2008-04-03T20:41:00","date_gmt":"2008-04-03T19:41:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/packzeit\/"},"modified":"2008-04-03T20:41:00","modified_gmt":"2008-04-03T19:41:00","slug":"packzeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanwiedenmann.eu\/?p=528","title":{"rendered":"Packzeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size:85%; font-family:arial;\"><\/p>\n<div align=\"justify\">Konbanwa!<br \/>Wir schreiben den 01.04.2008, mein Name ist Stefan Wiedenmann, und ich habe noch 3 Tage, um die letzten Vorbereitungen f\u00fcr meine Reise zu treffen. Vor mir steht ein ger\u00e4umiger Rucksack, der dem\u00fctig auf seine Bef\u00fcllung wartet. So gerne ich verreise, das Packen verabscheue ich zutiefst.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Rucksack_leer-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5185109806761250402\" style=\"DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Rucksack_leer1-337x450.jpg\" border=\"0\" \/><\/a><br \/><i>Da muss alles rein&#8230;<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Das hat gleich mehrere Gr\u00fcnde: Zum einen w\u00e4re da die Tatsache, dass man viele Entscheidungen treffen muss, mit denen man dann leben muss. Man kann nicht einfach im Flieger aufspringen, die Hand an die Stirn klatschen und &#8222;Wieso habe ich Badelatschen dabei wenn ich klettern gehe!&#8220; rufen. Also gut, man KANN es schon, aber bis auf ein mitf\u00fchlendes L\u00e4cheln einer alten Dame und &#8222;Wen interessierts Du Depp&#8220; von den bereits im Flugzeug gut angetrunkenen Jugendlichen wird es nichts an der Tatsache \u00e4ndern, dass man sich vor Ort nach dem n\u00e4chsten Schuhgesch\u00e4ft umschauen darf. Da ich ein Mensch bin, der sowohl in vertikaler wie horizontaler Richtung gro\u00dfz\u00fcgig ausgelegt ist, kann das in Japan schon zu Problemen f\u00fchren. Dort kann man sich die Unterw\u00e4sche zwar angeblich vom Automaten ziehen, aber ich bezweifle ernsthaft, ob ich da rein passe.<br \/>&nbsp;<br \/>Dann ist da die Sache mit dem Aussuchen der W\u00e4sche sowie deren optimales Zusammenlegen. Ich erf\u00fclle hier leider das Klischee des typischen IT-Angestellten: Ich bin bleichh\u00e4utig, habe eine total verkorkste Haltung durch das viele Sitzen, und einen Modegeschmack der jede Frau schreiend in eine Schlucht st\u00fcrzen l\u00e4sst. Meine absolute Traumfrau hat deshalb wohl Flugmembranen unter den Armen, um den Sturz zu \u00fcberleben. Ab und an verzichte ich schwersten Herzens auf einen interessanten technischen Schnickschnack, um mir wieder ein paar Hosen zu kaufen oder einen plauzensicheren Pullover, aber bei der Auswahl greife ich zielsicher nach der Auslaufware oder erwische eine Verk\u00e4uferin, die am Vortag von ihrem Freund wegen einer Buchhalterin sitzen gelassen wurde und ihre entsprechenden Rachegel\u00fcste an mir ausl\u00e4sst. Da werden einem dann immer Fetzen angedreht, die sich bereits vor 10.000 Jahren der modebewusste H\u00f6hlenmann von Welt besch\u00e4mt vom Leib gerissen h\u00e4tte.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Orientierung-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5185109815351185010\" style=\"DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Orientierung1-450x337.jpg\" border=\"0\" \/><\/a><br \/><i>Meine wasserfeste Japan Karte. Da f\u00e4llt mir ein dass ich keinen Kompass habe.<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Egal, packen. Erfahrungen haben mich gelehrt, das W\u00e4sche bei der R\u00fcckreise das etwa zehnfache Volumen hat. D\u00fcnne Hemden, die sich bei der Hinreise klaglos auf taschentuchgr\u00f6\u00dfe falten lie\u00dfen, entpuppen sich am Tag vor der Heimreise als Drei-Mann Zelte, und bereits nach einem Viertel der W\u00e4sche ist noch jede Menge Kleidung und jede Menge Mangel an Stauraum \u00fcbrig. Deswegen empfehle ich jedem Reisenden, h\u00f6chstens die H\u00e4lfte an verf\u00fcgbarem Platz zu nutzen und sich mit kreativen Waschtechniken vertraut zu machen. Welch wonniger Anblick kann ein gro\u00dfer, flacher Fels an einem Flu\u00df sein, wenn die Kleidung bereits hart genug ist, um damit sein Schnitzel weichzuklopfen. Auf die Herstellung von Seife (im Endeffekt Fett mit Asche verkochen) gehe ich an dieser Stelle nicht ein, da die Japaner laut meinem Reisef\u00fchrer ein ausgesprochen reinliches Volk sind, wenn es ums Waschen und Baden geht.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Fussbekleidung-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5185109828236086914\" style=\"DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Fussbekleidung1-450x337.jpg\" border=\"0\" \/><\/a><br \/><i>Apropos Waschen, in den rechten Schuhen schwitzt man tierisch. Wie bringe ich die noch unter&#8230;<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Nach den obligatorischen paar Hosen, ein paar Hemden sowie den verwegenen Socken (ich empfehle SEHR eine T\u00fcte f\u00fcr frische und eine f\u00fcr gebrauchte, die man um Riechtests zu vermeiden beschriften sollte), Unterw\u00e4sche und allem anderen, das den Leib warm und bekleidet h\u00e4lt, ist das n\u00e4chste der Kulturbeutel. An sich kann man solche Dinge gut vor Ort kaufen, aber meine treue Reisezahnb\u00fcrste darf mir auch in Japan die Algen von den Z\u00e4hnen schrubben. Dann noch bew\u00e4hrte Seife, Kamm, Zahnpasta (Wobei ich mir in Japan bestimmt eine Megapower Dreisternglanz Paste kaufen werde), Deo, etwas Duschgel und in meinem Geheimfach meine Reiseapotheke mit Kohletabletten, Aspirin, Verbandszeug und was zum Desinfizieren. <br \/>&nbsp;<br \/>Nachdem ich von den winzigen Handt\u00fcchern in \u00f6ffentlichen japanischen B\u00e4dern gelesen habe \u2013 dort tr\u00e4gt man zumindest in den von mir anvisierten hei\u00dfen Quellen keine Badekleidung \u2013 stopfe ich lieber noch ein ordentliches Handtuch rein. In die Seitentaschen werden mein unverzichtbares Taschenmesser, zwei Feuerzeuge, Taschent\u00fccher, N\u00e4hzeug und diverse Netzeile samt Adaptersteckern verstaut. Die brauche ich f\u00fcr Laptop (zum schreiben), Handy (f\u00fcr Notf\u00e4lle), Kamera (hat ein eigenes Akku Format) und den Rasierer. Den packe ich glaube ich gleich wieder aus, ein bisschen verwegen und verwildert darf man nach vier Wochen Reise aussehen, und lieber gut gewachsen als schlecht rasiert.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Urks-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5185109828236086930\" style=\"DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center\" alt=\"\" src=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Urks-11-1-1.jpg\" border=\"0\" \/><\/a><br \/><i>Ok, schlecht rasiert ist geschafft, aber das gut gewachsen&#8230;<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Da ich immer ganz gerne meine Zeit damit verbringe, mir Land und Leute anzusehen, reichen meine Karten, der Reisef\u00fchrer und noch zwei B\u00fccher mit den ganzen Nebeninformationen, die einem im Umgang mit den Japanern bestimmt nicht von Nachteil sind. Oben drauf noch die Wanderschuhe, links daneben einen leichten Baumwoll-Schlafsack, und hinten noch eine Isomatte angeh\u00e4ngt&#8230; Sieht doch schon super nach Reise aus. Der Rest wird vor Ort geregelt.<br \/>&nbsp;<br \/>Das wichtigste \u2013 Flug- und Bahnticket, das Geld und die Kreditkarte &#8211; ist bereits in eine T\u00fcte gewickelt in meinem Reisetresor verstaut, den ich auf meiner Haut an einer Stelle tragen werde, die auch der verwegenste Taschendieb eher meiden wird. Der einzige Wermutstropfen ist, da\u00df ich bei all dem sch\u00f6nen Packen vielleicht auf mein Gep\u00e4ck warten darf. Wie das bei mir so ist, fliege ich ausgerechnet \u00fcber das Terminal 5 in Heathrow, das zur Zeit fleissig Schlagzeilen macht. Als ich bei der BA angerufen hatte, um mich nach eventuellen Schwierigkeiten zu erkundigen, teilte mir eine fr\u00f6hliche Frau mit englischem Akzent mit, das ich wohl besser ein wenig Unterw\u00e4sche einpacken sollte. Frei nach dem Motto: &#8222;Sei froh wenn DU dort ankommst.&#8220; War \u00fcbrigens der perfekte Anlass mit meinem Vater noch ein gutes Bier zu trinken.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Abschiedsbier-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5185109841120988834\" style=\"DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; CURSOR: hand; TEXT-ALIGN: center\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/Abschiedsbier1-337x450.jpg\" border=\"0\" \/><\/a><i>Ein bei Vollmond gebrauter Fastenbock. Sehr lecker!<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Domo arigato gozaimasu an den geneigten Leser an dieser Stelle, denn den n\u00e4chsten Eintrag wird es bereits von Unterwegs geben! Wenn ich ankomme. Wann auch immer!<\/div>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konbanwa!Wir schreiben den 01.04.2008, mein Name ist Stefan Wiedenmann, und ich habe noch 3 Tage, um die letzten Vorbereitungen f\u00fcr meine Reise zu treffen. Vor mir steht ein ger\u00e4umiger Rucksack, der dem\u00fctig auf seine Bef\u00fcllung wartet. So gerne ich verreise, das Packen verabscheue ich zutiefst. 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