{"id":525,"date":"2008-04-06T16:16:00","date_gmt":"2008-04-06T15:16:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/der-erste-abend-in-tokio-karaoke-time\/"},"modified":"2008-04-06T16:16:00","modified_gmt":"2008-04-06T15:16:00","slug":"der-erste-abend-in-tokio-karaoke-time","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanwiedenmann.eu\/?p=525","title":{"rendered":"Der erste Abend in Tokio &#8211; Karaoke Time!!!"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size:85%; font-family:arial;\"><\/p>\n<div align=\"justify\">Die Japaner haben eine ganz besondere Verbindung zu Ihrem Karaoke. Wo man bei uns in Discos oder Clubs geht (die es nat\u00fcrlich auch in Tokio gibt), nehmen die Japaner noch eine Option C) wahr, die es bei uns nicht gibt. Nach einer Metrofahrt nach Shinyuku (neben Shibuya einer der Stadtteile, in denen das Nachtleben brummt) ging es erst einmal in ein kleines Lokal. Bei den meisten (erschwinglichen) Restaurants werden im Schaufenster die Gerichte als Plastik Attrappen ausgestellt. so das an schon genau weiss, wie das sp\u00e4ter am Teller aussieht. Die K\u00f6che geben sich immer h\u00f6chste M\u00fche, dass das Endgericht genauso aussieht wie das im Schaufenster. Direkt am Eingang gibt es dann entsprechend auch oft einen Automaten, an dem man sein Essen bezahlt, und mit dem dort erworbenen Coupon holt man sich bei der K\u00fcche sein Futter ab.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1_AutomatRestaurant-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/1_AutomatRestaurant-337x450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186151649863143298\" \/><\/a><br \/><i>Sogar das Bestellen im Restaurant machen die Japaner gern per Automat.<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Das Essen war bisher \u00fcbrigens wirklich oishi (lecker), und wenn man die typischen Touristenfallen meidet, gibt\u2019s ein &#8222;Setto&#8220; mit einer Reis-Fleisch\/Fisch Sch\u00fcssel, einer Suppe und Tee oder Wasser schon ab 450-600 yen (3-4 \u20ac!!!). Nach dem Essen gings dann durch die extrem bunten Stra\u00dfen und Gassen Shinyukus zum Karaoke Club. Japaner lieben es m\u00f6glichst knallig bunt, und wer denkt, dass sie sich bei den Geb\u00e4uden ausgetobt haben, der irrt. Ein Epileptiker kann sich durch diese Welt gleich auf dem Boden durchrollen, denn wenn ihm die Reklametafeln nicht den Rest geben, dann die Mode.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/2_ShinyukuNights-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/2_ShinyukuNights1-450x337.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186151658453077906\" \/><\/a><br \/><i>\u00dcberall blinkts und glitzerts \u2013 ein Volk von Elstern<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Japaner m\u00f6gen Gaijin eh nicht sehr gerne, und noch unerfreuter sind sie, wenn man sie fotografiert. Das ist ganz gut so, denn ich w\u00e4re aus dem Knipsen nicht mehr rausgekommen, da die Nachtschw\u00e4rmer in Tokio wie ein gewaltiger Maskenball sind. Es gibt zehntausend Stile, und gerade bei den Frauen kennt die Fantasie keine Grenzen. Vom brutalrosa Disneyoutfit samt Mikeymaus-Strapsen \u00fcber mittelalterliche Corsagen bis hin zu futuristischen Plastikklamotten tragen die alles. Der beliebteste Kleidungsstil bei den Frauen ist aber der &#8222;Billig und Willig&#8220; Typ. Das hei\u00dft nicht mal, das sie leichte M\u00e4dchen w\u00e4ren. Im Gegenteil, selbst einem zuf\u00e4lligen Blickkontakt wird die Hand vor den Mund gehalten, japanische Zeichensprache f\u00fcr &#8218;Das ist mit peinlich, schau weg!&#8216;.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/3_Shinyuku_2-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/3_Shinyuku_2-337x450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186151662748045218\" \/><\/a><br \/><i>Leider sind Geb\u00e4ude hier viel leichter zum Fotografieren als Menschen. Die hechten wie Stuntmen aus dem Kamerafeld.<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Aber mit der f\u00fcr die Japaner so liebensw\u00fcrdigen Art wurde versucht, das Prinzip Moderne weibliche Mode zu importieren. Denn: Im Land der aufgehenden Sonne versteht man keine Ironie oder Sarkasmus. Die k\u00f6nnen damit nichts anfangen und schauen einen bei entsprechenden Kommentaren mit gro\u00dfen Augen an.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall tragen die Frauen gewissenhaft hochhackige Schuhe, extrem kurze R\u00f6cke und da die Kniestr\u00fcmpfe Pflicht sind, werden die halt in Farben wie Neonblau gew\u00e4hlt. Das Resultat ist aber nicht weiblich sondern verleitet eher zur Suche nach dem Preisschild, die man aber gleich wieder l\u00e4sst, wenn die Frauen sich zur Begr\u00fc\u00dfung an den H\u00e4nden fassen und wie quietschende Gummib\u00e4lle auf und ab H\u00fcpfen.<\/p>\n<p>Ganz zu schweigen von einem anderen Ph\u00e4nomen, das ich noch nicht endg\u00fcltig kl\u00e4ren konnte: Japanische Frauen haben die F\u00fcsse immer im 30\u00b0 Winkel nach innen gestellt. Ob das Kulturell ist, vom falschen Sitzen kommt oder weil das Keuschheit symbolisieren soll, es sieht auf jeden Fall sehr merkw\u00fcrdig ist. Davon abgesehen w\u00fcrde ein Lauftrainer hier stinkreich werden, weil die Frauen in ihren hohen Schuhen \u00fcberhaupt nicht laufen k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Nun gut, soviel zu einem kurzen Exkurs in die Tokioter Modewelt. Vor dem Club trafen wir dann unsere Gruppe: Ein befreundetes P\u00e4rchen aus M\u00fcnchen, das zur Zeit in Japan arbeitet, der Amerikaner, der bei uns nebenan wohnt und drei Japanerinnen, mit denen das P\u00e4rchen bzw. mein Gastgeber befreundet waren. Gemeinsam ging es dann ins Karaokezimmer, einen kleinen Raum mit gro\u00dfem Bildschirm und der hochentwickelten Karaokeanlage. Man bucht diese R\u00e4ume nach Stunden und ist dort v\u00f6llig unter sich. Im Preis ist auch Bier und Tee in beliebiger Menge enthalten, das wird nachgeliefert solang es getrunken wird. Da das japanische Bier schmackhaft, aber sehr schwach ist (ca. 2%), kann man auch etwas mehr trinken, ohne das am Ende alle total zugedr\u00f6hnt sind.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/5_KaraokeRaum-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/5_KaraokeRaum1-337x450.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186151667043012546\" \/><\/a><br \/><i>Eine klassische Karaoke Zelle, perfekter Ort f\u00fcr Privatparties<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Das ist \u00fcbrigens ein sehr kosteng\u00fcnstiges Vergn\u00fcgen, wir waren von 23:00 bis sechs Uhr Morgens drin, und haben pro Nase 3000 yen gelassen (ca. 20\u20ac). Nach ein wenig Aufw\u00e4rmen und den ersten paar Runden Bier, zu dem man sich mit einem &#8222;KANPAAAAAAAAIIII!&#8220; prostet, ging es dann zur Sache. Neben zwei Mikrophonen (Man singt meistens zu zweit weils lustiger ist) bekommt man auch drei Schellen, so dass eigentlich der Gro\u00dfteil der Runde mit Musizieren besch\u00e4ftigt ist, w\u00e4hrend der Rest mitsingt, tanzt oder mit &#8222;Ganbatte!&#8220; (Sei Stark) anfeuert, wenn sich jemand ein Lied ausgesucht hat, das er GAR nicht kann. Nach gut einer Stunde ist die Stimmung bereits genial, und wir hatten durchgehend bis sechs Uhr Morgens einen H\u00f6llenspass.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/6_Ganbatteeee-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/6_Ganbatteeee1-450x337.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186152276928368594\" \/><\/a><br \/><i>Ganbatte!!!!!!!!!!!!!!!!<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"justify\">Besonders abgedreht war Mizuki&#8217;s Freundin, eine winzige Japanerin und eine totale Rockr\u00f6hre. Wenn sie einmal den Text nicht kannte, wurde einfach nonsens genuschelt, was streckenweise zum Schreien komisch war. Leider ist auch der gr\u00f6\u00dfte Spass irgendwann vorbei, also gings dann bei frischem Tageslicht ab nach Hause. Nach 43 Stunden habe ich mich dann SEHR aufs Bett gefreut.<\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><a href=\"http:\/\/stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/7_ShinyukuMorning-11-1-1.jpg\"><img decoding=\"async\" style=\"display:block; margin:0px auto 10px; text-align:center;cursor:pointer; cursor:hand;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2008\/04\/7_ShinyukuMorning1-450x337.jpg\" border=\"0\" alt=\"\"id=\"BLOGGER_PHOTO_ID_5186152281223335906\" \/><\/a><br \/><i>M\u00fcde, M\u00fcde, M\u00fcde &#8211; mein erster Morgen in Tokio.<\/i><\/div>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Japaner haben eine ganz besondere Verbindung zu Ihrem Karaoke. Wo man bei uns in Discos oder Clubs geht (die es nat\u00fcrlich auch in Tokio gibt), nehmen die Japaner noch eine Option C) wahr, die es bei uns nicht gibt. 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