{"id":234,"date":"2012-05-28T01:56:54","date_gmt":"2012-05-28T00:56:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/?p=234"},"modified":"2012-05-28T01:56:54","modified_gmt":"2012-05-28T00:56:54","slug":"tag-56-nikko-zurueck-in-die-vergangenheit-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanwiedenmann.eu\/?p=234","title":{"rendered":"Tag 5+6 Nikko: Zurueck in die Vergangenheit"},"content":{"rendered":"<div id=\"dE_H\" style=\";width: 100%; height: 100%;\">\n<p>Da eine Rundreise keine Rundreise ist, wenn man immer am selben Ort bleibt, war am 5. Tag unsere erste Zugfahrt angesagt. Mit dem Zug in Japan zu Reisen ist ein Vergn\u00fcgen, wenn \u00fcberhaupt, dann ist der einzige Nachteil am Shinkansen, dass man so schnell am Ziel ist. Gerade, wenn man sehr viel zu Fu\u00df erkundet, ist es eine Wohltat, ein paar Stunden nichts anderes zu tun (und tun zu k\u00f6nnen), als komfortabel in einem Sessel zu sitzen und Landschaft &#8222;to-sit&#8220; zu genie\u00dfen. Bei diesem Thema f\u00e4llt mir auch ein, dass die To-Go Modewelle unserer Heimat in Japan nicht wirklich Fu\u00df fasst. Wenn der Mund arbeitet, steht der K\u00f6rper des Japaners. Es kann aber auch daran liegen, das es so gut wie keine \u00f6ffentlichen M\u00fclleimer gibt, und man die Becher f\u00fcr den restlichen Tag in der Hosentasche vor sich hinsuppen lassen m\u00fcsste. Unser Rucksack zumindest hat inzwischen ein Muellfach, da wir besten Falls einmal am Tag einen Ort finden, wo wir die unz\u00e4hligen Plastikverpackungen entsorgen k\u00f6nnen. Was uns aber aufgefallen ist, wenn die Menschen beim Gehen nicht Kaffee schl\u00fcrfen oder sich etwas in den Mund stopfen, wirkt das viel gem\u00fctlicher. Und die Strassen sind sauber wie geleckt.<\/p>\n<div>\n<div>\n<div align=\"center\">\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img717da5c4-5106-49a1-a47b-54ba6feba598\" style=\"height: 527px; width: 350px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/0ad21004-388a-4fd9-b339-f0a98db4a6ca1.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/p>\n<p><em>Statt Coffee to Go Sumo zum Anfassen.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Inklusive Umsteigen kommt man in etwa zwei Stunden von Tokio nach Nikko. Ich habe mich schon sehr auf diese Etappe gefreut, da Nikko \u00a0eine der sch\u00f6nsten Stationen auf meiner letzten Japanreise war. Es ist ein malerisches kleines St\u00e4dtchen in den Bergen, und nach dem Vorabend im reizintensiven Tokio wirkt es hier erst einmal wie ausgestorben. Im Gegensatz zu meiner ersten Reise habe ich meine Ehefrau als Begleitung, weshalb die Option &#8222;Anreisen, Tourist Office, Auf Hotel hoffen&#8220; nur eingeschr\u00e4nkt reizvoll war. Alleine kann ich auch bei Misserfolg mal in einem Waschsalon, einem Park oder einem Zug \u00fcbernachten, aber so tolerant Imogen ist, m\u00f6chte ich dennoch die frische Ehe \u00a0nicht gleich einem Stresstest unterziehen.<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><a id=\"lnkimg37e8b43c-9ad1-4c34-8779-e504c5d93754\" target=\"_self\"><img decoding=\"async\" id=\"imgf27bfeca-7d21-4886-8bdf-695babb17298\" style=\"opacity: 1; width: 540px; height: 359px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/ba91151e-3e54-45d7-afd5-3f0b083bd02d.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><br \/>\n<\/span><em>Das verschlafene Nikko am Abend.<\/em><\/div>\n<p>Bei Nikko war das aber ganz einfach. Von meinem letzten Besuch kannte ich noch Kens &#8222;Nikko Park Lodge&#8220;, eine charmante Mischung aus Jugendherberge und \u00a0kleiner \u00a0Pension. Da wir bereits in Tokio gemerkt hatten, dass h\u00e4ufiger Ortswechsel nicht so viel Spass macht, haben wir drei N\u00e4chte gebucht. Leider war meine Erinnerung mit dem Namen der Unterkunft ersch\u00f6pft, und so hatte ich mein erstes Wegfindungsabenteuer, da in Japan in der Tourist Information die Kenntnis von Fremdsprachen nicht als notwendige F\u00e4higkeit f\u00fcr den Beruf betrachtet wird. So begann der Halb-Pantomimische Marathon mit japanischer Hilfsbereitschaft. Der alte Mann im Informationsb\u00fcro wusste, wo ich hin will, aber \u00a0er verstand partout nicht, dass ich einfach nur wollte, dass er mir mit dem Finger die ungef\u00e4hre Lage auf einer Karte zeigt. Ich m\u00f6chte lieber nicht wissen, was er dachte, was ich will, da er sehr verwirrt wirkte. Am Ende packte er seinen Kr\u00fcckstock und ging mit mir fast einen Kilometer, bis er mit dem Finger in Luftlinie auf mein Ziel zeigen konnte. Wirklich viel weiter war ich zwar nicht, aber er sah mich mit einem so hoffnungsvollen 80 Jahre alter Dackel Blick an, dass ich ihn mit einem mehrfachen &#8222;Wakarimashita&#8220; (in etwa &#8222;ich hab&#8217;s verstanden&#8220;) ziehen lie\u00df.<\/p>\n<p>Damit der alte Mann sich nicht in seinen Kugelschreiber st\u00fcrzt, schlich ich mich dann \u00fcber die Seitenstrassen zur\u00fcck und holte Imogen heimlich vom Office ab, da der alte Mann mit mir ohne sie gegangen war. H\u00e4tte er mich wieder gesehen, w\u00e4re das ganze von vorne losgegangen. Wir haben den Weg zur Parklodge dann auch fast ohne Zwischenf\u00e4lle gefunden, der 3 km Umweg zum Sportfischerteich ist in meinen Augen vertretbarer Schwund. Angekommen ging es aber umgehend in das schlichte aber gem\u00fctliche Zimmer, wo meine Frau sofort das Bett in Beschlag nahm.<\/p>\n<div align=\"center\">\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img0c769f36-82cc-421b-9d99-30e31d7a6f6e\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/ed675c90-9da8-4374-b988-4ab9965d47bd.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/p>\n<p><em>Das magische Geheimnis von Kens Parklodge: Elektrische Heizunterlagen im Bett. F\u00fcr Frauen mit kalten F\u00fcssen ein Paradies, aus dem man sie nur noch mit der Bechstange bekommt<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>Als ich Imogen dann f\u00fcr das Abendessen aus ihrem Kuschelparadies der W\u00e4rme gelockt hatte, begegneten wir im gem\u00fctlichen Gemeinschaftsraum Rob, ein lustiger deutsch sprechender Amerikaner, der drei Mal im Jahr zu Besuch kommt, um Ken, den Herbergsvater, zu treffen. Zur Feier der frischverm\u00e4hlten \u00a0durfte Imogen sich auch gleich noch einmal von den japanischen Naschereien bedienen, die Rob besorgt hatte. Den \u00a0Abend \u00a0lie\u00dfen Imogen und ich dann bei einem leckeren Essen in Nikko ausklingen.<\/p>\n<div align=\"center\">\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img3f8eaf85-7a2e-4452-8bf0-37f107bab7ff\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/eff31d44-4126-413b-afd7-f5b242945ec0.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/p>\n<p><em>Auf der Jagd nach der ersten durchgeschlafenen Nacht griff Imogen sogar zu einem Bier. Mmmmmmh Kirin, da war ich kurz verwirrt ob ich sie massieren oder essen soll.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgfb0130f0-9144-4a46-9e48-495ffff92d8b\" style=\"height: 520px; width: 447px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/4323b6b8-d7ae-4ef5-94a0-8aa17b31efba1.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><br \/>\n<\/span><em>Zum Thema Bier: Die kleine Brauerei in Nikko ist dem Erdbeben von Fukushima wirtschaftlich zum Opfer gefallen. Die Betroffenheit ist greifbar.<\/em><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute morgen lockte uns dann strahlende Sonne aus dem geheizten Bett, und nach einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck ging es los. Leider kann selbst Ken kein ordentliches Fr\u00fchst\u00fcck anbieten, Japaner haben bei aller Liebe zum Gr\u00fcnen Tee \u00fcberhaupt kein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Kaffee. Bis heute war selbst der beste Kaffee hier ein abscheuliches Sp\u00fclwasser, dass ich hierzuland nicht einmal meinem Feind servieren wurde. Auch beim Toast gab es nur halbherzige Marmelade dazu. Da dachte ich etwas wehm\u00fctig an Tokio, wo wir in Ueno leckeres Obst am Stiel zum Fr\u00fchst\u00fcck hatten.<\/p>\n<p>Um einen Neustart meiner Geschmacksknospen nach diesem Trauma durchzuf\u00fchren, spielte ich wieder einmal japanisches Getr\u00e4nkeautomaten-Roulette. Meine Wahl fiel auf eine Power Rangers Metallic Dose, deren Inhalt den Kaffee sofort vergessen gemacht hat. So ein gr\u00e4ssliches Getr\u00e4nk habe ich in meinem Leben nicht gekostet, und ich habe beim Austrinken abwechselnd gelacht und geweint. Stellt euch vor, jemand nimmt den billigsten Automatenkaummi und l\u00f6st diesen in \u00a0mit S\u00fc\u00dfstoff \u00a0angereichertem Wasser mit 92% Kohlens\u00e4ure Gehalt auf. Jetzt potenziert diesen Geschmack ungef\u00e4hr mit dem Faktor Hundert, dann habt ihr in etwa eine Vorstellung, wie das geschmeckt hat. Red Bull ist ein erlesener Rotwein dagegen.<\/p>\n<div align=\"center\">\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img45314ae1-8e6f-48c1-b2db-2ff9ec6e81e0\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/6f863547-cca8-405d-aa99-6c96e8ca0779.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/p>\n<p><em>Die Optik der Dose h\u00e4tte Warnung genug sein sollen.\u00a0<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach diesem Aufwecker ging es dann zum Toshugu Schrein, dem touristischen Juwel Nikkos. Hier konnte meine Frau einmal japanischen Tempel Deluxe genie\u00dfen, w\u00e4hrend ich die Mu\u00dfe hatte, mir entspannt Details anzuschauen, japanische Touristen zu Unterhalten und meine zarte Haut von der Sonne anr\u00f6sten zu lassen. Imogen erkannte an, dass ihre Haut etwas dunkler ist als meine, aber selbst ein Albino hat einen dunkleren Teint als Ich. Um das kulturelle Programm etwas aufzuheitern (auch wenn wir ein paar sch\u00f6ne Fotos f\u00fcr die gemacht haben, die noch nie etwas vom Toshugu Schrein gesehen haben), stellten wir zwei beliebte Motive nach:<\/p>\n<p>Die ber\u00fchmten drei Affen (H\u00f6re nicht B\u00f6ses, Sage nichts B\u00f6ses und Sieh nichts B\u00f6ses)<\/p>\n<div align=\"Center\"><img decoding=\"async\" id=\"imgd3f0420d-c5fb-4ae4-a8f9-05a51e459d26\" style=\"height: 209px; width: 440px; left: 280px; top: 1645px; opacity: 1;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/54c9ddd6-7499-4642-9e9e-2cd2c2392c6e1.jpg\" alt=\"\" \/><\/div>\n<div align=\"Center\"><img decoding=\"async\" id=\"img39c6f3c9-5b58-409d-977f-d587da923a94\" style=\"height: 175px; width: 175px; opacity: 1;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/df570ea8-4d22-4054-a256-875fbe08a89b.jpg\" alt=\"\" \/><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img50287676-be0b-468d-9414-b3f8e28d9d3b\" style=\"height: 175px; width: 175px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/e3c8a24c-bd84-4edf-8035-bb66ccb27f50.jpg\" alt=\"\" \/><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875);\"><img decoding=\"async\" id=\"img53a877cd-7a54-4637-838f-72bd53a59ad4\" style=\"height: 175px; width: 175px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/7742c88c-7fc7-40ab-a034-43025d4043f9.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/span><\/div>\n<\/div>\n<p>Das schlafende K\u00e4tzchen (Neko)<\/p>\n<div align=\"Center\"><img decoding=\"async\" id=\"img4697baea-e1c6-47dd-a82e-fac4a36c9f82\" style=\"height: 191px; width: 316px; left: 218px; top: 1555px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/340c18d6-20a5-4f14-9022-acf0bf11485e1.jpg\" alt=\"\" \/><\/div>\n<div align=\"Center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img7bb4fe5f-0fcf-4494-add7-fed3c593788c\" style=\"height: 359px; width: 540px; opacity: 1;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/c882ff67-4b6a-4a13-a880-9425b56c723d.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><\/div>\n<div align=\"Center\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\">Als wir gerade im sch\u00f6nsten Besichtigen waren, demonstrierte Nikko, dass es eben in den Bergen liegt: Innerhalb von 15 Minuten zogen schwere graue Regenwolken auf, welche sich in einem hochmotivierten Wolkenbruch entluden. Auch Imogen ist es aufgefallen, dass jeder Mensch in Japan seinen Beruf mit grosser Begeisterung aus\u00fcbt. Ob das ein Raketenwissenschaftler oder der Getr\u00e4nke-Nachf\u00fcller ist, jeder Handgriff wird mit Worten erkl\u00e4rt und so hingebungsvoll durchgef\u00fchrt, als ob es die letzte Handlung auf Gottes Erden und das unausl\u00f6schliche Verm\u00e4chtnis w\u00e4re. Also ich pers\u00f6nlich h\u00e4tte den Wolken auch ein halbherziges Tr\u00f6pfeln erlaubt, ach was sage ich, geg\u00f6nnt!<\/span><\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img3b658c7c-fd7e-4a3e-9fac-c540905d162c\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/104e11ec-b69a-425a-b539-ffa0884f5925.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/span><em><em>Noch war gut lachen vor dem Wolkenbruch<\/em><\/em>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>Diese Achtsamkeit im Handeln legten die japanische Touristen auch im Umgang mit Kindern und \u00c4lteren an den Tag. Selbst der modischste junge Mann, der vor lauter Brust heraus Strecken kaum seine 1.62m fortbewegen kann, f\u00fchrt seine uralte Oma so liebevoll die Treppen hoch, dass ihn hierzulande jede Schwiegermutter sofort ins Poesiealbum kleben w\u00fcrde. Bei Kindern ist es \u00e4hnlich: Sonst sehr reservierte ehrenwerte Gesch\u00e4ftsm\u00e4nner tragen stolz den Tragegurt und lassen ihren winzigen zuckers\u00fc\u00dfen Nachwuchs auf den Armani Anzug sabbern. Meine Frau hat mir mit einem kleinen Zaunpfahl gewinkt, wie unglaublich sympatisch eine solche Tragebereitschaft doch bei einem Mann wirkt. Mir hingegen fielen vor allem pragmatisch sinnvolle Dinge auf: So hatte hier jede Japanerin mit Kindern im Stillalter eine Art Sch\u00fcrze dabei, die mit einem Handgriff \u00fcber die Brust geworfen werden konnte und so das Festmahl unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit stattfand. Ich habe das in dem Umfang zu Hause noch nicht erlebt, und votiere daf\u00fcr, dass dieser Trend auch in Deutschland Alltag wird.<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img4bf6fe9c-1cb1-406a-a264-f3889f66e125\" style=\"height: 328px; width: 500px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/eef62d45-6fa0-4ed6-9dc9-2944c38942361.jpg\" alt=\"\" \/><\/span><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><br \/>\n<\/span><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><br \/>\n<\/span><em>Gar nicht meine Gruppe,aber die hatten so h\u00fcbsch posiert<\/em><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bevor wir zur\u00fcck zum Hotel gingen, um die F\u00fc\u00dfe f\u00fcr die Wanderung an den Wasserf\u00e4llen Morgen auszuruhen, g\u00f6nnten wir uns noch einen Rundgang in einem wundersch\u00f6nen japanischen Garten. Ich kann mich daran nicht satt sehen, und wenn ich jemals das Geld haben sollte, werde ich mir einen G\u00e4rtner aus Japan einfliegen lassen. Am besten einen von diesen kleinen Greisen, die hier mit der Geduld eines Elefanten und der Energie eines Durazell-Hasen jede noch so kleinste Pflanze perfekt trimmen. Auch Imogen hat es sehr gut gefallen, und wir haben zusammen statt Tauben die Koi-Karpfen im Teich gef\u00fcttert. Damit noch etwas zu erz\u00e4hlen bleibt, wenn wir wieder zur\u00fcck kommen, schlie\u00dfe ich f\u00fcr heute mit der besinnlichen Sch\u00f6nheit eines Japanischen Gartens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgb6d66d65-207f-4e04-931f-5561a95e3dc6\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/88ac924f-0e6e-4bdd-a352-03f2478e9b49.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/span><em>Imogen beim Koi-Kucken. Was mir die Tiere viel sympatischer als Tauben macht ist, dass sie einem nicht auf den Kopf kacken nach dem F\u00fcttern.<\/em><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgd44b4fad-5c28-4657-a8d2-21e33935b4f2\" style=\"height: 359px; width: 540px;\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/88a09cbc-6980-4c4b-a7a6-1f9a2fd41b41.jpg\" alt=\"\" \/><br \/>\n<\/span><em>Ein perfekter Ort zum Entspannen<\/em><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da eine Rundreise keine Rundreise ist, wenn man immer am selben Ort bleibt, war am 5. Tag unsere erste Zugfahrt angesagt. Mit dem Zug in Japan zu Reisen ist ein Vergn\u00fcgen, wenn \u00fcberhaupt, dann ist der einzige Nachteil am Shinkansen, dass man so schnell am Ziel ist. 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