{"id":193,"date":"2012-05-26T10:12:28","date_gmt":"2012-05-26T09:12:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/?p=193"},"modified":"2012-05-26T10:12:28","modified_gmt":"2012-05-26T09:12:28","slug":"tokio-tag-4-last-orders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanwiedenmann.eu\/?p=193","title":{"rendered":"Tokio Tag 4 &#8211; Last Orders"},"content":{"rendered":"<div id=\"dE_H\" style=\";width:100%; height:100%; ;\">Das heutige Tagesziel hie\u00df Odaiba. Wir haben es uns als Schmankerl f\u00fcr den letzten Tag in Tokio aufgehoben, da ich diesen Teil der Stadt noch nie gesehen habe. Odaiba liegt im s\u00fcdlichen Teil Tokios in der Hafengegend. Wenn ich den Reisefuehrer richtig verstanden habe, hat man fr\u00fcher hier den M\u00fcll ins Meer gekippt, und irgendwann beschlossen, die Deponie in ein Einkaufs- und Unterhaltungsviertel umzuwandeln. &nbsp;Vorstellen kann ich mir das gut, auch wenn es bis auf direkt am Wasser \u00fcberhaupt nicht nach M\u00fcll riecht. Bereits die Anfahrt nach Dabai &nbsp;ist ein &nbsp;Ereignis f\u00fcr sich, da man im Normalfall die sogenannte Regenbogenbr\u00fccke \u00fcberquert. Wir haben uns f\u00fcr die Japanisch Futuristische Variante entschieden und die vollautomatisierte Yurikamone Linie gew\u00e4hlt. &nbsp;Diese ferngesteuerte Z\u00fcge zuckeln auf einer Hochtrasse durch die H\u00e4userschluchten von Tokio.&nbsp;<\/p>\n<div>\n<\/p>\n<div>\n<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imga832e8c6-17e3-40d5-a0c4-1d30572ed4f9\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/00ca05c6-8e9a-4be8-925a-29c8c1cf1d131.jpg\" style=\"height: 233px; width: 350px; \"><br \/><\/span><em>Da die Yurikamone Zuege ferngesteuert sind, kann man sich ganz vorne fast wie der Fahrer f\u00fchlen.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p><\/p>\n<p>W\u00e4hrend ich inzwischen langsam den Jetlag \u00fcberwunden habe, k\u00e4mpft Imogen noch sehr mit dem Schlaf oder genauer gesagt mit dem Mangel an selbigem. Da ist es wieder, das einzige Problem mit einer Rundreise zu den Flitterwochen: Will man etwas sehen, fehlen die Ruhephasen und Freiraeume, die man f\u00fcr eine v\u00f6llig harmonische Zeit ben\u00f6tigt. Als Warnung und gleichzeitig Liebeserkl\u00e4rung an meine Frau: Wer es einfach und unkompliziert will, der f\u00e4hrt in den Flitterwochen an den Strand. Wenn man aber seinen Partner auch dann noch liebt, wenn er das f\u00fcnfte Mal stehen bleibt und im Rucksack kramt (die Frau) oder &nbsp;trotz nahendem Kollaps &nbsp;unbedingt noch die gesamte Gundam Roboterausstellung sehen will (der Mann), dann bekommt man nach den gro\u00dfen Emotionen der Hochzeit noch viele unvergessliche gemeinsame Erinnerungen. &nbsp;<\/p>\n<p>Wie jeden Tag hatten wir ein sch\u00f6nes Kompromissprogramm ausgehandelt. Wir begannen mit einem romantischen Teil, der Standpromenade vor dem Deck SS (das war wirklich so beschriftet, ich frage mich ob da noch unverarbeitete Vergangenheit schlummert). Ohne den st\u00e4ndig tr\u00f6pfelnden Regen und eine lautstark streitende chinesische Reisegruppe w\u00e4re es wohl auch noch einen Hauch romantischer ausgefallen.<\/p>\n<div>\n<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img458c5630-39e5-477c-b9a4-bbc272fa2b6e\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/8c7d3c2f-b8f5-4744-bfaa-2d4135aad1d1.jpg\" style=\"height: 162px; width: 350px; \"><br \/><\/span><em>Romantisch im Regen am Strand &#8211; da ist der Mann nicht nur Geliebter, sondern auch Schirmstaender beim Muschelsuchen<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p><\/p>\n<div>\n<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img33093d3e-cd9a-4deb-80c8-4066b9773477\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/f3f4d84f-c43e-4608-b25b-eec3b2fa34ca.jpg\" style=\"height: 452px; width: 300px; \"><br \/><\/span><em>So ein sch\u00f6ner R\u00fccken entz\u00fcckt auch bei schlechtem Wetter<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p><\/p>\n<p>Da man zwar von feuchten Tr\u00e4umen spricht, aber durchgen\u00e4sste Kleidung weniger Spass macht, drehten wir eine kleine Runde durch die Einkaufspromanden am Strand. Meine Frau zeigte ihre Liebe, indem sie an den vielen tollen Kleider Gesch\u00e4ften vorbeiging, wobei ich bei der Auswahl durchaus die eine oder andere Stunde Shopping verstanden und unterst\u00fctzt h\u00e4tte. Mit dem notwendigen zeitlichen Sicherheitsabstand ist Mann gerne gro\u00dfz\u00fcgig. Wir machten sogar einen kurzen Abstecher in eine kleine, h\u00f6llische laute und typisch japanische Spielhalle. W\u00e4hrend ich den mir wohlbekannten Taiko Trommelautomaten beh\u00e4mmerte, sichtete meine Frau den aktuellen Hype f\u00fcr die Damenwelt: Extrem aufw\u00e4ndig gestaltete Fotokabinen. Anscheinend lassen die Japaner liebend gern ihr Geld daf\u00fcr, sich bis an die Grenzen der Glaubw\u00fcrdigkeit photoshoppen und wie eine wahre Sch\u00f6nheit &#8222;Super-Sparkly&#8220; gezaubert zu werden.<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img4ae0f9f8-57ce-417d-8f9b-d6e04042631e\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/2ca1c959-6eaf-4626-baa5-8bcb84ded693.jpg\" style=\"height: 233px; width: 350px; \" class=\"\"><br \/><\/span><em>Romtomtomtom &#8211; diese Trommeln machen einen Heidenspass, auch wenn die Musik und die begleitende Grafik typisch Japanisch schrill sind. Die Japanischen Jugendlichen spielen \u00fcbrigens St\u00fccke wie Maschinengewehrsalven<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img647ac9f7-8703-4a03-ab30-95f1f0cbed21\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/9854aecb-23ef-4ec5-ad4e-7c321b1b29bf.jpg\" style=\"height: 233px; width: 350px; \"><br \/><\/span><em>Auch f\u00fcr den Spieltrieb der Frauen ist gesorgt. Man sieht klar, Nat\u00fcrlichkeit steht hier im Vordergrund.<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Als Imogen sich dem Tinitus nahe f\u00fchlte, nutzten wir eine kurze Pause im beharrlichen Tr\u00f6pfeln es Regens drau\u00dfen, um ein Foto mit der japanische Freiheitsstatue zu machen. &nbsp;Den Japanern war das Eiffelturm Imitat wohl noch zu wenig, deswegen stellte man sich ein 5 Meter Exemplar der alten Dame vor ein Einkaufszentrum.&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img10c9cfe0-8503-4ec3-bc53-7d3a5d467d19\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/23fa35f3-6591-4135-aa23-b4161c490d43.jpg\" style=\"height: 452px; width: 300px; \"><br \/><\/span><em>Born in the US&#8230;.Aeh?<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Als wir dann beim n\u00e4chsten Stop ankamen, war meine Frau am Ende ihrer Kr\u00e4fte. Immer wieder legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein, der von lebensnotwendigen Damen-Kruschel Aktivit\u00e4ten begleitet wurde. Uns ist das erst am Abend klar geworden, aber anscheinend haben Frauen das tiefe Bed\u00fcrfnis, einen mehr oder minder gro\u00dfen Beh\u00e4lter mit sich zu f\u00fchren, in dem sich alle Ausr\u00fcstung befindet, um nicht nur die postnukleare W\u00fcste von Japan, sondern auch eine m\u00f6gliche Alieninvasion bequem zu \u00fcberdauern. Die einfache Existenz dieses Survival Kits erf\u00fcllt das Frauenherz aber noch nicht mit Gl\u00fcck, sondern daf\u00fcr muss der Inhalt gesichtet, angefasst, ausger\u00e4umt, einger\u00e4umt, sprich &#8211; pr\u00e4sent gemacht werden. Also zumindest ist das mein Verst\u00e4ndnis, Imogen wuerde das wohl wieder anders beschreiben. <\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imga9fe89d6-5190-45f8-8530-9079b4ff689f\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/9f251775-67e2-4da1-85fc-2fea59c7899c.jpg\" style=\"height: 452px; width: 300px; \"><br \/><\/span><em>In welcher Hosentasche war gleich noch einmal der Flammenwerfer?<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Imogen entlie\u00df mich mit einem \u00e4hnlich liebevollen Kuss wie dem, den wir vor dem &#8222;The Kiss&#8220; fotografiert hatten, und sank ersch\u00f6pft in der Futterhalle des Einkaufszentrums nieder, w\u00e4hrend ich neugierig die oberen Stockwerke erkundete. Der Ort f\u00fcr diese Pause h\u00e4tte nicht besser sein k\u00f6nnen, denn im 5ten Stockwerk war das &#8222;Tokio Gundam Battlefront Center&#8220; einquartiert.&nbsp;<\/p>\n<p>Hierzu muss ich ein bisschen was erkl\u00e4ren: Gundam ist die Japanische Antwort auf Transformers und eine immens beliebte und erfolgreiche Manga Serie. Im Gegensatz zu den amerikanische Genossen sind die Kampfmaschinen selbst keine Lebewesen, sondern vielmehr eine Art wandlungsf\u00e4higer Superpanzer der Earth Defense Force, in dem ein Pilot sitzt. Leider hatte ich keine Zeit, mich drei Stunden anzustellen, um mich in den hydraulisch gelagerten Kampfsimulator zu schwingen, aber immerhin konnte man gratis die gef\u00fchlt 1000enden Modelle der Gundam Roboter in einer Ausstellung anschauen. Vor dem Einkaufszentrum stand eine sehr eindrucksvolle 1:1 Replika aus Stahl, die ich ausgiebig fotografiert habe. Wenn ihr Zeit habt, schaut euch die einmal in der Gallerie an, es war jede einzelne Wartungsklappe beschriftet.<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img462d297a-240d-4969-ad9e-398888e1e0e2\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/6b2702ec-1872-4e2b-86c0-14544f755126.jpg\" style=\"height: 452px; width: 300px; \"><br \/><\/span><em>&nbsp;Hier wurden alle M\u00e4nner zu Kindern. 15 Meter Stahl, schweig still mein pochend Herz<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgb68f6af9-2e28-46d8-a161-ab4cd7aa4329\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/df961e91-d568-4826-a17b-3aa583594591.jpg\" style=\"height: 200px; width: 300px; \"><br \/><\/span><em>Im &#8222;Caf\u00e9 Gundam&#8220; haette ich mir dann fast den passenden Merchandising Regenschirm gekauft. Einfach, weil &#8222;Lightsabel&#8220; so lustig zu lesen war.&nbsp;<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Bevor wir f\u00fcr den letzten Abend nach Shibuya fuhren, schleppte ich Imogen noch in die japanische BMW Welt, das Toyota Meg@Web. Hier stellt der unm\u00f6gliche Autohersteller seine neuesten Modelle vor. Sehr angenehm war, das man sich in jedes Auto setzen konnte, das dort stand, ohne dass man Personal im Genick hatte. Theoretisch gab es auch jede Menge Rahmenprogramm, unter anderem kostenlose Probefahrten mit allen Modellen auf dem Gel\u00e4nde (mit Voranmeldung), Rennsimulatoren, eine kleine Go Kart Strecke, und und und. Besonders angetan hatte es mir die Zukunftsstudie eines 1-Mann. Elektroflitzers, der wie ein Turbo-Steh Rollstuhl aussah. Ich war so sehr von dieser technischen Spielerei begeistert, dass die zust\u00e4ndige Dame &nbsp;auch ein Auge beim Gewichtslimit f\u00fcr die Probefahrt zugedr\u00fcckt h\u00e4tte. Leider habe ich das Limit um mehr als eine Augenbreite \u00fcberschritten, aber ich habe mich sehr gefreut, dass in Japan ein Otaku (zu neudeutsch sowas wie ein Nerd) herzlich Willkommen ist. Da wei\u00df man Technikbegeisterung einfach noch zu sch\u00e4tzen!&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgd111b182-8722-449c-b8b7-e31ca93a8854\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/adcbbacc-124e-4b23-85cf-9ca6c4f58284.jpg\" style=\"height: 452px; width: 300px; \"><br \/>\n<br \/><\/span><em>Leider nicht meine Gewichtsklasse: Der Toyota iReal<\/em><\/div>\n<p><\/div>\n<p>Am Abend hatten wir dann das erste Mal ein wenig Probleme. Ich wollte f\u00fcr das letzte Essen in Tokio etwas ganz besonderes, und \u00fcberredete meine Frau, mit mir in ein Yakiniku Restaurant zu gehen. Yakiniku ist eine besondere Zubereitung, wo die G\u00e4ste das Fleisch roh bekommen und am Tisch \u00fcber offener Flamme grillen. Ich war von Anfang an ein wenig im Stress, da ich nicht nur Deutsch-Japanisch \u00fcbersetzen musste, sondern noch simultan Mann-Frau f\u00fcr Imogen. Nach einigem Hin und Her mit viel Gezeige hatte sich herausgestellt, dass der Grill erst ab 2 Personen angeworfen wird. Da ich schon von den Grilld\u00fcften  ganz benebelt war, winkte ich gro\u00dfz\u00fcgig nach dem Motto &#8222;einfach her mit dem Fleisch&#8220;, was wiederum bei der besseren H\u00e4lfte nicht ganz so gut ankam, da sie eigentlich kein Fleisch isst. Also bestellten wir noch ein schickes Reisgericht dazu, und weil eh schon alles wurscht war, eine halbe Bier f\u00fcr gut 10 Euro. Die Stimmung beim Essen war dann ein wenig gedr\u00fcckt, aber wenn ein Mann im Fleischwahn ist&#8230; Die drei Japaner am Nachbartisch haben dann eine Fuhre nach der anderen angeliefert bekommen, w\u00e4hrend mein Teller schnell weggegrillt war und ich sehns\u00fcchtig nach dr\u00fcben blickte. P\u00fcnktlich zum Ende unserer zugewiesenen Essenszeit (man kann so viel essen wie man will, hat aber nur begrenzte Zeit) fand ich dann heraus, dass man neue Fuhren \u00fcber das rein textgesteuerte Men\u00fc am Tischrand bestellen musste. Es war dann gut, dass wir gehen mussten, ich haette sonst im Futterrausch den Nachbartisch \u00fcberfallen, und sie haetten mich mit halbrohen Fleischbrocken im Mundwinkel abgef\u00fchrt (siehe -&gt; Flitterwochen, Knast, No-Go). Im Nachhinein haette ich die ganz Situation mit mehr Gro\u00dfmut tragen k\u00f6nnen, aber werft einem Haifisch ein blutendes Rind in den Ozean und sagt ihm dann, er darf nur einen Bissen, weil Frau Haifisch nicht mitrei\u00dfen kann. Ja der Haifisch grinst auch da, aber nicht weil er so gute Laune hat.<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"img83b6fd3e-7d9e-41b3-b688-c3bbd8e1e436\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/71437b2c-ab8b-43fc-aaad-4c6e0cafa1d8.jpg\" style=\"height: 233px; width: 350px; \"><br \/>\n<br \/><\/span><i>5 Makis, eine Teller hauchd\u00fcnne Fleischsstuecke, 2 Getr\u00e4nke, 70 Euro. Ich glaube so ein Abend ist bei jedem Urlaub einmal dabei.<\/i><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Zum Abschluss des Tages schlenderten wir ein letztes Mal durch die Lichterkanonen Shibuyas. Die Menschen waren alle fr\u00f6hlich und man merkte sehr, dass die Japaner es sch\u00e4tzen, am Wochenende &#8222;betrunken&#8220; zu sein, und sich somit einmal etwas gehen zu lassen. Wir haben neugierhalber auch den Love Hotel Hill gesichtet. Die Zimmer sahen auf den Bildern spektakul\u00e4r aus, aber nach dem Erlebnis vom Abendessen war mein Selbstvertrauen in sprachliche Dingen ein wenig angeschlagen, und ich hatte Angst, am Ende ein Zimmer mit Elektroschocks im Bettgestell zu bekommen. Also blieb es bei einem romantischen Spaziergang. In der Ubahn hat sich dann noch eine junge Japanerin in der T\u00fcr eingeklemmt. Wie bei afrikanischen Affenfallen hing die Pfote fest, weil sie nicht bereit war, ihr Handy loszulassen. Die Japaner l\u00f6sten die Situation durch beherztes Zur-Seite schauen, deswegen habe ich meine haarigen Gaijin Pranken in den T\u00fcrspalt gequetscht und die Ubahn nochmal aufgehebelt. Zur Show mit einem sch\u00f6nen Grunzen. Die gerettete Dame st\u00fcrmte dann mit hochrotem Kopf in den n\u00e4chsten Wagen, ich glaube es w\u00e4re ihr weniger peinlich gewesen, durch den Ubahn Tunnel geschleift zu werden, als dass ich regelwidrig die T\u00fcre aufstemme. \n<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgfb65e855-f1e6-4187-902f-302261a39157\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/e5b8b33d-a54b-4962-a03a-3a25270c1d5e.jpg\" style=\"height: 233px; width: 350px; \"><br \/><\/span><em>Achtet auf die Plakate im Hintergrund. Vielleicht war ich Zeuge eines versuchten Selbstmordes, da keine J. Bieber Karten mehr verf\u00fcgbar waren.<\/em><\/div>\n<p>Leutseeliger war ein Trio, das wohl international ist. Junger Mann, etwas schlaksig, der Blick leicht glasig. Eine etwas pummelige Frau, die an den Mann gelehnt und so betankt ist, dass sie auf nichts mehr reagiert. (alle Restwahrnehmung konzentriert sich auf ihren Fang an den sie sich kuschelt). Und Last but Not least die beste Freundin\/Schwester, die weder Mann noch Alkoholpegel hat, und die beiden volltrunkenen Freunde heil nach Hause bringen darf. Mit diesem niedliche Trio schlossen wir unseren letzten Abend in Tokio ab, mit der netten Erkenntnis, dass bei aller Entfernung und aller Fremde doch auch immer etwas vertrautes ist.<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das heutige Tagesziel hie\u00df Odaiba. Wir haben es uns als Schmankerl f\u00fcr den letzten Tag in Tokio aufgehoben, da ich diesen Teil der Stadt noch nie gesehen habe. Odaiba liegt im s\u00fcdlichen Teil Tokios in der Hafengegend. 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