{"id":141,"date":"2012-05-23T18:50:28","date_gmt":"2012-05-23T17:50:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/?p=141"},"modified":"2012-05-23T18:50:28","modified_gmt":"2012-05-23T17:50:28","slug":"schlaflos-in-tokio-tag-2-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/stefanwiedenmann.eu\/?p=141","title":{"rendered":"Schlaflos in Tokio &#8211; Tag 2"},"content":{"rendered":"<div id=\"dE_H\" style=\"width:100%;height:100%; ;\" ;width:100%;=\"\" height:100%;=\"\" ;\"=\"\" \"=\"\">Jetlag ist eine grausame Geliebte. W\u00e4hrend ich bei meiner letzten Japanreise nach einen \u00fcber 48 Stunden Marathon einfach ordentlich ausschlief und danach fit wie ein Turnschuh war, zieht sich dieses Mal das Akklimatisieren hin. Auch die Tatsache, dass wir Morgen Hotel wechseln und deswegen schon wieder fr\u00fch raus m\u00fcssen, macht das nicht einfacher. Oder die Tatsache, dass die ebensowenig angekommenen britischen Herren vom Nebenzimmer sich gerade um kurz nach Mitternacht in gef\u00fchlter D\u00fcsenj\u00e4ger Lautst\u00e4rke unterhalten.&nbsp;<\/p>\n<div>Eigentlich hatte ich angesichts von Fukushima leere Strassen und noch leerere Hotels erwartet, wo halb verhungertes Servicepersonal die T\u00f6chter und S\u00f6hne obendrauf gibt, wenn man nur dort n\u00e4chtigt, aber offensichtlich ist Platz auch im postapokalyptischen Japan ein rentables Gesch\u00e4ft. Am Empfang schmunzelte der Consierge bei der Frage, ob man das Zinmer auch verl\u00e4ngern konnte, und bot dann ein halb so gro\u00dfes Zimmer f\u00fcr gut 340 Euro die Nacht an. Da haben wir dann doch lieber den Aufwand eines Umcheckens in Kauf genommen und werden morgen noch einmal umziehen.&nbsp;<\/div>\n<div><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469); \">\u00dcberhaupt erkenne ich Japan preislich kaum wieder. Das letzte Mal war sowohl der Yen wesentlich gn\u00e4diger gestimmt, aber auch die allgemeine Preislage vor Ort noch machbar. Heute war ich heilfroh, ein kleines Hotel in Tokio auf Jugendherbergsniveau f\u00fcr 85 Euro das Doppelzimmer bekommen zu haben. Und wer denkt, dass Tokyo schlimm ist: Auch im verschlafenden Nikko kann man heute in einer Herberge schon gut 400 Euro die Nacht lassen. Gott sei Dank ist mir Ken und die Parklodge eingefallen, wo wir f\u00fcr Samstag auch ein kleines Zimmer bekommen haben. Aber genug der Unterk\u00fcnfte. Ich muss \u00fcbrigens meinem Bruder widersprechen, der meinte, dass in Tokyo alle Leuchtreklamen aus sind, da der Strom wegen mangelndem Atomstrom knapp ist. Es folgt Beweisfoto A, gemacht heute, 21:35 im Tokio Tower (der japanischen Antwort auf den Eiffelturm).:&nbsp;<\/span><\/div>\n<div>\n<\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469);\"><img decoding=\"async\" id=\"imgf945717f-d747-48a6-b029-3b42beedf25f\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/6899253c-2089-4375-a275-c4a38b70baf11.jpg\" style=\"height:399px;width:600px;pointer-events:auto;opacity:1\" class=\"\"><\/span><em>Also entweder haben die Japaner einen Weg gefunden, Fallout f\u00fcr Leuchtreklame zu verwenden, oder man kommt doch ohne Atomstrom aus, um die notwendige Epilepsiestufe in der Strassenbeleuchtung zu erreichen.<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Aus dem Fischmarkt wurde heute leider nichts, da wir hoffnungslos verschlafen haben. Erst gegen Mittags nach ausf\u00fchrlicher Pl\u00fcnderung des Kaffees in der Hotel Lobby sind wir wie zwei verliebte Zombies Richtung Yoyogi Park getrappst, um meiner Frau den ersten Fix fern\u00f6stlicher \u00c4sthetik und Spiritualit\u00e4t zu geben. Das klingt jetzt zynischer als es gemeint ist, aber der Tag war lang, die Engl\u00e4nder l\u00e4rmen immer noch (reicht denen nicht, dass sie unser Championsleague finale versaut haben?), und ein m\u00fcder Stefan ist, wie die Briten es sagen wurden, &#8222;a nasty bitch&#8220;. Immi hat sich eine Votivtafel besorgt, und etwas bestimmt so liebenswertes und sonniges darauf geschrieben, wie ich es nach einer schlaflosen Nacht bestimmt nicht hinbekommen h\u00e4tte<span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.292969); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469); \">.<\/span><\/p>\n<div align=\"center\"><span class=\"Apple-style-span\" style=\"-webkit-tap-highlight-color: rgba(26, 26, 26, 0.296875); -webkit-composition-fill-color: rgba(175, 192, 227, 0.230469); -webkit-composition-frame-color: rgba(77, 128, 180, 0.230469); \"><img decoding=\"async\" id=\"img4915a801-9af8-4749-8859-f8cf3111405e\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/e03c37b5-1713-4168-8ec6-db07d5c4b77c1.jpg\" style=\"width:293.94280314445496px;height:442.87382340431213px;opacity:1\" class=\"\" rotate=\"3.1045074462890625\" scale=\"0.6\"><\/span><br \/><em>Botschaft geheim aber garantiert lieb. Daf\u00fcr hat man eine Frau, ginge es nach den Tafeln der M\u00e4nner, w\u00e4re der FCB jetzt mit Pott und daf\u00fcr ein paar Landstriche entv\u00f6lkert.<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Aber jetzt will ich doch eher mal die positiven Dinge sehen. Das Wetter hat sich brav gebessert, auch heute beim zu Bett gehen haben weder ich noch meine Frau Gr\u00fcn geleuchtet, und Imogen hat erfolgreichen einen klassischen Stefan-Sightseeing Tag \u00fcberstanden. Im entspannten Stechschritt wurde der gesamte Meji Schrein und Yoyogi Park durchmessen, gefolgt von einer gro\u00dfz\u00fcgigen Erholungspause von 15 Minuten auf einer Parkbank. Bei dem sch\u00f6nen Wetter haben sogar die Japaner wieder so viel Hoffnung getankt, um nebeneinander im Grass zu sitzen, oder in Extremf\u00e4llen sogar H\u00e4ndchen zu halten. Ganbatte liebe kleine Freunde, nichts ist sch\u00f6ner als ein neues Leben in radioaktiver W\u00fcste, und zwei schreiende M\u00fcnder sind viel schneller still, wenn sie nur zu einem Magen geh\u00f6ren.<\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" id=\"imga81857c2-0027-4469-9b80-6352767a9849\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/111763d3-bc0c-4368-a9cd-62cc3931dc8a1.jpg\" style=\"width:413.29543590545654px;height:309.9715769290924px;left:2665px;top:2145px;opacity:1\" class=\"\" rotate=\"5.404781341552734\" scale=\"0.7\" mvc=\"false\"><br \/><em>Aufkeimende Hoffnung im Land der Vulkane. Hier hat die Liebe eine strahlende Zukunft<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Nein aber jetzt mal im ernst: ich finde Japan und Tokyo bisher wie beim ersten Mal wundersch\u00f6n, und f\u00fchle mich schon wieder fast heimisch. Allein der Enthusiasmus, mit dem die Jugendlichen im Park die Tanzkoreographien ihrer Lieblingsbands einstudiert haben, war ansteckend. Wenn ich nicht als unheimlicher Gaijin sofort in den Knast kommen w\u00fcrde, haette ich versucht, da mit zu \u00fcben, das sah schon sehr professionell aus.<br \/>\n\n<\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" id=\"img814e11e9-0000-4dd1-91fe-87ef49685689\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/b79b623c-b4e0-4c34-be68-2652ba7d21471.jpg\" style=\"width:471.05534076690674px;height:313.251801609993px;left:2955px;top:2165px;opacity:1\" rotate=\"1.5181732177734375\" scale=\"0.8\" mvc=\"false\"><br \/><em>So schoen gr\u00fcn ist es in Japan. Die T\u00e4nzer m\u00fcsst ihr euch vorstellen, die wollte ich nicht so aufdringlich ablichten. Ein K\u00f6nigreich f\u00fcr ein Teleobjektiv!<\/em><\/div>\n<p>Aber ich denke, dass Gef\u00e4ngnis am dritte Tag der Flitterwochen eine frische Ehe doch eher etwas \u00fcber Geb\u00fchr belasten wuerde. Zu diesen Bands selbst kann man leider bis auf die Koreographien nix Gutes sagen, musikalisch ist es grenzwertiger JapanPop und je nach Geschlecht hat man entweder abgehungerte Pseudo-Namba Hengste (was Namba ist, konntet ihr bei meiner ersten Reise lernen) oder eine kichernde Gruppe von M\u00e4dchen in Bikinis, deren Alter hierzulande das LKA Sturm laufen lassen wuerde. Aber lasst die Kn\u00fcppel im Schrank liegen, denn die Japanerin von Chick ist 40 Jahre alt und sieht aus wie eine 15-J\u00e4hrige, die sich auf 20 hochgeschminkt hat.\n<\/p>\n<p>Nach einem sch\u00f6nen gemeinsamen Selbstportrait auf der Parkbank ging es weiter nach Shibuya, wo ich mich gleich wieder im sch\u00f6nsten &#8222;Lost in translation&#8220; Gef\u00fchl wiederfand. Es ist sehr spannend, wieder an die Orte zur\u00fcck zu kehren, die so viele Eindr\u00fccke geliefert haben, und das vor allem zusammen mit jemandem, durch dessen Augen man alles noch einmal neu entdeckt. So hat Imogen ein hervorragendes Auge f\u00fcr Mode, und f\u00fchlt sich neben den todschicken Tokyo Frauen in ihrer Touristenkluft etwas unfein. Da fehlen ihr aber die liebenden Augen eines Ehemannes, denn Kleider machen Leute, aber keine Frauen. Und bei denen gibt es prim\u00e4re Erkennungsmerkmale, die meine Frau in mir erfreuender Weise erf\u00fcllt und todschicke aber zaund\u00fcrre &nbsp;Japanerinnen eben nicht. Von den vielen anderen Gr\u00fcnden, warum ich meine Frau auch \u00fcber die Eheschlie\u00dfung hinaus liebe, einmal ganz zu schweigen. Aber das ist kein Japan &#8211; Spezifisches Thema und wird somit ausgelassen. Aber es ist auf jeden Fall f\u00fcr Imogen und mich ein tolles Erlebnis, eine so gro\u00dfe Reise gemeinsam zu machen<\/p>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" id=\"img04673cbf-66b8-4721-9994-e2aaa1e62f20\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/954bcc22-cbbe-4943-9430-1eb327eb49781.jpg\" style=\"height:266px;width:400px\"><br \/><em>Sind schlie\u00dflich zusammen in Flitterwochen also 1 2 &#8211; aaaaaaah<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Irgendwann war dann selbst die nahezu unersch\u00fctterliche Unternehmungsfreude meiner Frau schwer durch Hunger geschw\u00e4cht. Das mag jetzt unpassend klingen, aber als wir im Park beim Hundespielplatz standen, wo die Vierbeiner wie verr\u00fcckt getollt haben, musste ich Imogen mit einem verliebten Schmunzeln anschauen. Denn sie hatte den gleichen \u00fcbersch\u00e4umend begeisterten Blick wie die besten Freunde des Menschen dort. Und auch so ein Reisetag hat da durchaus seine Analogien: Die Unruhe und das an-der-T\u00fcre scharren vor dem Aufbrechen, das fr\u00f6hliche Umherlaufen, dann der Einbruch wenn der Hunger kommt und dieser dankbare Blick, wenn dann der Napf auf dem Tisch steht.<\/p>\n<p><\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" id=\"img5f834152-142a-436d-9d11-79958d743c04\" src=\"http:\/\/www.stefanwiedenmann.eu\/wp-content\/uploads\/2012\/05\/090e14a4-f940-42d7-9f8e-af55738dab591.jpg\" style=\"height:402px;width:300px\"><br \/><em>Ente gut, alles gut. Auch wenn&#8217;s Rind und keine Ente war.<\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend ging es noch zum Tokyo Tower, wo wir versucht haben, Tokyo bei Nacht zu fotografieren. Im Nachinein muss ich zugeben, dass ich die romantische Stimmung doch lieber mehr mit meiner Frau als mit Blende und Belichtungszeit geteilt h\u00e4tte, aber wenn mich da erst einmal der Ehrgeiz packt&#8230; So richtig bewusst wurde es mir leider erst, als wir aufgefordert wurden, doch bitte mit dem letzten Fahrstuhl nach unten zu fahren, und der Angestellte zwei bezaubernd sch\u00fcchterne japanische Paare aus den Ecken gekratzt hat. Wie dem auch sei, daf\u00fcr gibts noch ein paar Versuche in Tokio-Nachtfotos. Im \u00dcbrigen habe ich eine hoffentlich jetzt f\u00fcr alle sichtbare Gallerie gebastelt, der Link ist rechts oben der erste bei &#8222;Blogroll&#8220;. Die Gallerie enth\u00e4lt eine bereits leicht vorsortierte Auswahl und sozusagen Bonusmaterial. Heute zum Beispiel unter anderem ein kurzes Video, wo Imogen versucht, es den Japanern beim Suppe schl\u00fcrfen gleich zu tun. Jetzt aber werde ich erst einmal versuchen zu schlafen, und Morgen das Programm etwas entzerren. Schlie\u00dflich sollen es ja Flitterwochen und keine Folterwochen werden.&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetlag ist eine grausame Geliebte. W\u00e4hrend ich bei meiner letzten Japanreise nach einen \u00fcber 48 Stunden Marathon einfach ordentlich ausschlief und danach fit wie ein Turnschuh war, zieht sich dieses Mal das Akklimatisieren hin. Auch die Tatsache, dass wir Morgen Hotel wechseln und deswegen schon wieder fr\u00fch raus m\u00fcssen, macht das nicht einfacher. 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